Das Gomaringer Schloss hat es in sich



Es birgt die älteste bekannte und in größerem Umfang erhaltene Fachwerkkonstruktion in einer Burg in Süddeutschland. Sie entstand zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Aber auch die zweite wesentliche Bauphase Ende des 16. Jahrhunderts hat eine beachtliche bauhistorische Bedeutung. Die Vögte der Reichstadt Reutlingen gestalteten damals die mittelalterlich Wehranlage im Geschmack der Renaissancezeit zu einem ländlichen Wohnschloss um.




Einst war der Gomaringer Bergfried 20 Meter hoch




Wandmalereien im Museum
Im 1998 restaurierten Schloss sind eine Fülle spannender Details zu finden: das erhaltene Verlies des abgebrochenen Bergfrieds aus dem 14. Jahrhundert, eine funktionsfähige Blockrahmentür vom Ende des 15. Jahrhunderts, prachtvolle Dekorationsmalereien und einen kunstvollen Brunnenstock der Renaissancezeit.






"Gommeringen"


Bohlentüre aus dem 15.Jahrhundert


Mit dem Gemäuer sind aber auch menschliche Schicksale verbunden wie der tragische Tod des Vogts Wernick. Im Schloss treibt auch der Geist des Gomaringer Käsperle sein Unwesen. Für Christiane Wilhelmine von Grävenitz, die Mätresse des Herzogs Eberhard Ludwig, war 1708 das Schloss samt Dorf ein Trostpflaster dafür, dass ihr Geliebter seine bigamistische Ehe mit ihr wieder lösen musste. Ebenso ist das Schaffen des schwäbischen Dichters Gustav Schwab mit diesen Mauern verknüpft, der während seiner Amtzeit als Gomaringer Pfarrer im Schloss lebte und hier seine weltbekannten „Sagen des klassischen Altertums“ verfasste.



Seit 1994 ist das Schloss im Besitz der Gemeinde Gomaringen. Das mit großem ehrenamtlichen Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger sanierte Gebäude konnte schließlich 1998 der Öffentlichkeit übergeben werden. Seitdem hat es sich zu einem lebendigen kulturellen Zentrum entwickelt. Es beherbergt das Schloss- und Gustav-Schwab-Museum, Volkshochschule und Musikschule und bietet den Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Feste.




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