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Gustav Schwab zählt zu den bedeutendsten Dichtern des 19. Jahrhunderts. Von 1837 bis 1841 war Schwab Pfarrer und Seelsorger in Gomaringen. Er lebte und arbeitete im Schloss, das noch bis 1993 als Pfarrhaus genutzt wurde. Hier empfing er seine Dichterfreunde Ludwig Uhland und Justinus Kerner.

In seine Amtszeit fiel der Umbau der Kirche wie sie heute zu sehen ist. Trotz dieser Aufgabe war Schwab auch in literarischer Hinsicht in Gomaringen sehr produktiv. In den Gomaringer Jahren gab er seine Reisebeschreibungen durch Schwaben heraus und übersetzte die „Sagen des klassischen Altertums“ ins Deutsche.

 

 

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Stammbaum von Gustav Schwab

(zum Download als PDF einfach das Bild anklicken):

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Ausstellung ab 1998schwab_vitrine.jpg

Die erste Ausstellung über Gustav Schwab entstand bereits 1998 in enger Zusammenarbeit mit der Marbacher Arbeitsstelle Literarische Museen des Landes unter der Federführung von Dr. Thomas Scheuffelen. Er versammelte Werke von Schwab und den zu seinem Dichterkreis zählenden Schriftstellern in einer Vitrine in Buchform. Gipsabdrücke antiker Helden bildeten im zweiten Raum den Hintergrund für verschiedene historische Ausgaben der Sagen des klassischen Altertums.

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Neugestaltung 2012

2009 kam die Anregung der Arbeitsstelle für Literarische Museen in Marbach, die Ausstellung mit neuen Medien ansprechender für junge Leute zu gestalten. Zum 220. Geburtstag Schwabs sollte die Ausstellung eine neue Form bekommen. Eine Gruppe von sechs Studentinnen des Tübinger Ludwig-Uhland-Instituts unter Leitung von Prof. Bernhard Tschofen entwickelte ein neues Konzept. Die neue Ausstellung konzentriert sich auf die Werke Schwabs, die in den Gomaringer Jahren entstanden sind. Ein Raum ist Schwabs Reiseliteratur gewidmet. Auf einer ausgebreiteten Karte Württembergs kann man Schwabs Wanderungen folgen und über einen Touchscreen Reisebeschreibungen, Verse und historische Bilder zu seinen Reisestationen aufrufen.

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Der zweite Raum, die ehemalige Küche, steht unter der Überschrift „Schwabs Hellas“. Hier lässt sich nachempfinden, welche Spuren Schwab in der modernen Zeit hinterlassen hat. Die Ausstellung zeigt neue Medien, die Schwab nutzen und nutzt wiederum die neuen Medien, um Schwab zu zeigen. In kurzen Filmsequenzen berichten literaturverbundene Prominente, wie sie Schwab für sich entdeckten und was sie mit ihm verbinden. Eine Vitrine legt Schicht um Schicht die Sagen frei: Originalausgaben und Geschichten rund um deren Entstehung sind dort auf drei gläsernen Ebenen versammelt. Der Dichter erschließt sich dem Besucher nicht über erklärende Texte, sondern über sorgsam ausgesuchte Zitate. Die biografischen Daten Schwabs sind im Flur parallel zum übrigen Zeitgeschehen gesetzt. Die Arbeitsstelle für Literarische Museen stellte für die Umgestaltung einen Zuschuss von 20.000 Euro zur Verfügung. Die Gemeinde Gomaringen, die VR-Bank Steinlach-Wiesaz-Härten, die Kreissparkasse Gomaringen und der Förderverein
Schwäbischer Dialekt e. V. unterstützten das Projekt mit jeweils 5.000 Euro.

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